Endlich fertig
Endlich hatte ich meinen Abschluss. Ich war fertig! Zehn Jahre Schule geschafft. Jetzt konnte ich mein Leben selbst in die Hand nehmen und das machen, was ich wollte.

Meine Freunde und ich überlegten schon, was uns in der Zukunft erwarten würde und was wir alles erreichen wollten. Jeder fragte sich, ob er jetzt eine Ausbildung anfangen oder doch noch weiter zur Schule gehen sollte, um später zu studieren. Wir überlegten ständig, wo unser Weg hinführen sollte, ob wir eine große Karriere beginnen oder einfach nur „glücklich und zufrieden“ bis an unser Lebensende in unserem Traumberuf arbeiten wollten.

Doch was war eigentlich mein Traumberuf? Einige meiner Freunde wussten ganz genau, was sie werden wollten und plötzlich fanden bei einigen die ersten Bewerbungsgespräche statt. Natürlich gab es auch Leute, die noch nichts Festes hatten, aber die wussten wenigstens was sie werden wollten. Und ich? Für was sollte ich mich entscheiden? Für die Karriere oder vielleicht doch für einen Job der einfach „nur“ Spaß macht? Das war eine Entscheidung fürs Leben und was würde passieren, wenn ich mich falsch entscheiden würde?

Ich fühlte mich, als ob ich vor einem Stoppschild stehen würde. Als ob mich jemand festhalten oder mir die Augen zuhalten würde. Konnte mir nicht jemand sagen, wohin ich sollte? Was der Plan für mein Leben sein könnte? Ich sehnte mich nach jemandem, der mich dorthin schubste, wohin ich sollte. An einen Ort, wo ich glücklich werden könnte. Ich wünschte mir eine riesige Leuchtreklame, worauf stand, was ich machen sollte. Ich wollte mein Leben ja auch nicht vergeuden. Ich wollte auch, wie in der Werbung, später auf einer Bank sitzen, auf mein Leben zurückblicken und nichts ändern wollen. Einfach denken, man hat nichts verpasst und alles richtig gemacht.

Doch da fiel mir ein Wort ein, das ich schon fast vergessen hätte. Mein Konfirmationsspruch: „Fürchte Dich nicht, ich bin mit Dir; weiche nicht, denn ich bin Dein Gott. Ich stärke Dich, ich helfe Dir auch, ich halte Dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit (Jesaja 41, 10)“.

Egal was mir also auch passiert, ob im Traumjob oder im harten Alttag, ich kann sicher sein, dass ich nicht alleine da stehe. Und wenn ich vor einer Entscheidung stehe, die das ganze Leben verändern kann, weis ich, dass mich Gott dabei nicht im Regen stehen lässt, sondern mir helfend zur Seite steht.